WordPress-Umzug zu einem anderen Webhoster

Screenshot: Domain-Umzug

Domain-Umzug

Über 20 Jahre war 1und1.de mein Webhoster für diverse Domains und Websites. Ich war dort schon Kunde als das Unternehmen noch Puretec hieß. Technisch und servicemäßig war ich immer zufrieden, allerdings wurde mein Vertrag von Jahr zu Jahr stetig teurer. Die enthaltenen Pakete wurden zwar auch immer umfangreicher, aber spätestens seit der Aufgabe meiner Selbständigkeit benötigte ich diesen Umfang nicht mehr. Zwischenzeitlich sind meine Ansprüche gesunken: ich brauche eigentlich nur noch etwa 2 GB Webspace, eine MySQL-Datenbank und eine Domain. Eine Veränderung stand also dringend an. Aufgrund der langen Kündigungsfrist, habe ich den 1und1-Vertrag schon mal vorsorglich bereits im Juni 2014 gekündigt. Dennoch musste ich noch über ein halbes Jahr bis zum tatsächlichen Vertragsende im Februar 2015 warten.

Da das Vertragsende nun tatsächlich immer näher rückte, schaute ich mich auf dem Webhosting-Markt etwas um und war erstaunt, wie günstig heutzutage Webhostingpakete zu bekommen sind. Letztendlich entschied ich mich für zwei Webhoster:

  • Bei one.com wird zukünftig meine Domain „skybert.de“ mit 15 GB Speicherplatz und einer MySQL-Datenbank gehostet. Das erste Jahr ist kostenlos! Im zweiten Jahr bezahle ich lediglich 28 € pro Jahr. Zum Vergleich: bei 1und1 zahlte ich zuletzt für den Vertrag „Business 5.0“ ca. 210 € pro Jahr! Der Domain-Umzug hat übrigens reibungslos funktioniert und war in einer halben Stunde vollzogen.
  • Noch günstiger ist es bei lima-city.de. Hier habe ich mir noch eine weitere Domain, bertrambecker.de, registriert. Diese kostet, wenn man für 3 Jahre im Voraus bezahlt, nur 7,19 € pro Jahr. Der Webspace ist unbegrenzt und kostenlos. Und man bekommt bei der Domain-Registrierung eine MySQL-Datenbank im Wert von 2,99 € dazu „geschenkt“.

Die größte Herausforderung für mich war jedoch der Umzug meines WordPress-Blogs von 1und1.de zu one.com. Vielleicht interessiert es ja jemand, wie ich es gemacht habe. Hier mal nur die elementaren Schritte:

Überblick:

  • Schritt 1: Dateien per FTP sichern
  • Schritt 2: MySQL-Datenbank exportieren
  • Schritt 3: MySQL-Datenbank importieren
  • Schritt 4: „wp_options“-Einträge anpassen
  • Schritt 5: Anpassen der wp-config.php
  • Schritt 6: FTP-Daten auf den neuen Server hochladen

1. Dateien per FTP sichern

Im Nachhinein kann ich sagen, dass es bei mir besonders wichtig war, dass ich die Dateien noch vor dem Domain-Umzug lokal gesichert habe, denn mein Domain-Name war auch gleichzeitig der Name des FTP-Servers bei 1und1. Nach dem Domain-Umzug hätte ich somit nicht mehr per FTP auf meinen Webspace zugreifen können.

Per FTP und Filezilla-Client habe ich die Dateien vom 1und1-Webserver auf mein lokales Laufwerk herunter geladen. Da der WordPress-Blog aus ca. 3.200 Dateien bestand, dauerte dies immerhin ca. 30 Minuten.

Screenshot: Download der Dateien mittels Fliezilla.

Download der Dateien mittels Fliezilla.

2. MySQL-Datenbank exportieren

Zunächst muss man sich am Verwaltungstool „phpMyAdmin“ anmelden. Einen Link dorthin findet man normalerweise auf der Weboberfläche des Hosters unter der Rubrik „Webspace verwalten – MySQL-Datenbank„.

Screenshot: phpMyAdmin

Link zu phpMyAdmin

In der linken Spalte sieht man den Datenbanknamen und darunter die einzelnen Tabellen, in denen der WordPress-Content gespeichert wurde. Den Namen klickt man an und wählt oben in der Befehlsleiste die Schaltfläche „Exportieren„. Danach einfach auf „OK“ klicken. An den Einstellungen braucht man nichts ändern. Die Datenbankdatei mit der Endung „.sql“ wird heruntergeladen und im Download-Ordner gespeichert.

Screenshot: Export

Export der MySQL-Tabellen

Das war zunächst einmal schon alles, um die Daten des WordPress-Blogs lokal zu sichern. Nun kann man den Domain-Umzug vollziehen. Sobald die Domain beim neuen Hoster aktiv ist, kann es auf dem neuen Webspace weitergehen.

3. MySQL-Datenbank importieren

Wiederum muss man sich in die phpMyAdmin-Oberfläche einloggen. Diesmal aber beim neuen Webhoster. Man klickt auf „Importieren“ oder „Import„, je nachdem in welcher Sprache das phpMyAdmin-Tool angezeigt wird. Mit dem „Durchsuchen„-Button wählt man die zuvor exportierte sql-Datei aus und klickt lediglich noch auf „Go„.

Screenshot: Import

Import der MySQL-Tabellen

Kurz darauf erscheinen die Tabellennamen links in der Seitenleiste.

4. „wp_options“-Einträge anpassen

Je nachdem, ob der WordPress-Blog in einem Unterordner abgelegt war oder nicht oder falls der Domain-Name sich geändert hat, muss man eventuell noch die zwei Einträge „siteurl„, Zeile 1, und „home„, Zeile 37, in den „wp_options“ überprüfen und ggf. auf die neuen Gegebenheiten hin ändern.

Screenshot: wp_optiones

Ändern der Einträge der „wp_options“

5. Anpassen der wp-config.php

Die Datei „wp-config.php“ ist die WordPress-Datei, in der u.a. die Zugangsdaten zur MySQL-Datenbank abgelegt werden. Da sich der Hoster geändert hat, haben sich auch die Login-Daten zur Datenbank geändert. Insofern ist eine Anpassung der Datei notwendig. Mit einem beliebigen Editor, ich benutze gerne das kostenlose Tool „Scriptly„, öffnet man diese Datei und passt die Zugangsdaten in den Zeilen 18, 21, 24 und 27 entsprechend an. Natürlich müssen die Änderungen auch gespeichert werden.

Screenshot: wp-config.php

Anpassen der wp-config.php-Datei

6. FTP-Daten auf den neuen Server hochladen

Als letzten Schritt werden nun alle WordPress-Dateien wieder mit einem FTP-Client wie FileZilla auf den neuen Webserver hochgeladen.

Wurde alles korrekt erledigt, müsste der WordPress-Blog nach Eingabe der Domain in die Browser-Adresszeile wieder angezeigt werden.

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